Auswirkungen der Kälte beim Wintersport

Sport in der Kälte wird oft mit erhöhtem Erkrankungs- und Verletzungsrisiko in Verbindung gebracht. Die extremste Form, die Hypothermie, tritt auf, wenn die Körperkerntemperatur unter 35°C absinkt. Dieses Absinken wirkt sich sowohl auf die energetischen und metabolischen, als auch auf die kardiovaskulären Prozesse aus und kann bis zum Tod führen. Die Hypothermie wird jedoch im Breiten- und im Wettkampfsport nur sehr selten beobachtet. Eine Beeinträchtigung beim Sporttreiben besteht schon, wenn die Körperkerntemperatur um 1°C absinkt (Jakob, Schneider, 2005, Kälteschäden beim Wintersport).
Eine weitaus größere Gefahr beim Wintersport stellen Erfrierungen dar. Dies sind lokale Zerstörungen des Gewebes durch Gefrieren extrazellulären Wassers. Betroffen sind dabei v.a. Hände, Zehen, Nase, Ohren, Wangen, Scrotum und Penis. Ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor ist der Alkoholkonsum, denn er erhöht den Blutfluss in die Peripherie. Die Sofortbehandlung bei Erfrierungen besteht im Wiedererwärmen des kompletten Körpers durch ein Wasserbad (39-42°C).
Das Reynaud Syndrom tritt besonders bei Frauen auf und äußert sich in der beidseitigen Weißverfärbung der kalten Finger, wobei es in der Aufwärmphase zu pochenden Schmerzen kommt. Am häufigsten wird dies durch einen Vasospasmus bedingt. Zur Prophylaxe sollten schon bei weniger kalten Temperaturen Handschuhe getragen werden. Medikamentös könnte das Reynaud Syndrom mit Vasodilatatoren therapiert werden (Jakob, Schneider, 2005, Kälteschäden beim Wintersport).
In der Kälte kann es zudem zu Beschwerden der Atemwege kommen. Die Temperatur des oberen Respirationstraktes fällt jedoch nur unter sehr kalter Umgebungstemperatur (<-32°C) ab und die des unteren Respirationstraktes bleibt immer unverändert. Nasenbluten tritt oft bei Training über Stunden in sehr kalter (<-20°C) und sehr trockener Luft auf. Prophylaktisch können Nasensalben aufgetragen werden. Kommt es trotzdem zum Nasenbluten sollten zur Soforthilfe Wattestopfen oder blutstillende Watte bereitgehalten werden.
Die Cold induced rhinitis (CIR) wird ebenfalls durch kalte und trockene Einatmungsluft hervorgerufen. Dies führt zu vermehrter Schleimsekretion in der Nase und damit zu frühzeitiger Mundatmung. Dies kann dann Schleimhautreizungen und nachfolgend Erkrankungen der tiefen Atemwege zur Folge haben. Das Problem hierbei ist, dass die CIR-Symptomatik effektiv kaum zu unterbinden ist. Mit abschwellenden Nasentropfen sollte jedoch zurückhaltend umgegangen werden (Jakob, Schneider, 2005, Kälteschäden beim Wintersport).
Wind verstärkt immer die Wärmeabgabe durch Konvektion. Dies ist auch bei Fahrtwind bei hohen Geschwindigkeiten der Fall, da die Isolationsschicht warmer Luft um den Körper zerstört wird. Funktionsgerechte Sportbekleidung schützt jedoch vor Kälte und qualitativ hochwertige Sportjacken lassen genügend Transpiration zu, damit Schweiß von der Haut nach außen kommt und sorgen dafür, dass die Kleidung am Körper bei Schneefall oder Regen nicht nass wird. Geeignete Stoffe enthalten meist Kunstfasern und bestehen nicht aus reiner Baumwolle.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Sport in der Kälte grundsätzlich kein Problem ist, besonderes berücksichtigen sollte man jedoch die Erniedrigung der gemessenen Temperatur durch den Wind.

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6 Antworten zu “Auswirkungen der Kälte beim Wintersport”

  1. Auswirkungen der Kälte beim Wintersport…

    Sport in der Kälte kann zwar Unterkühlungen, Erfrierungen oder Atembeschwerden unter Extrembedingungen auslösen, ist aber generell gesehen kein Risiko, wenn man sich und seinen Körper gut vor den kalten Temperaturen schützt, indem man sich dafür angeme…

  2. knowdi.de sagt:

    Auswirkungen der Kälte beim Wintersport…

    Wie sich die Kälte auf den Körper auswirken kann, wenn dieser in besonders kalten Temperaturen, wie im Winter, Sport treibt, soll im Folgenden erläutert werden. Häufig kann es nämlich zu Erfrierungen von bestimmten Körperteilen, wie Hände, Zehen, Nase …

  3. n-ews.de sagt:

    Auswirkungen der Kälte beim Wintersport…

    Wird das Erkrankungs- und Verletzungsrisiko erhöht wenn man bei besonders kalten Temperaturen Sport treibt? Viele unterschiedliche Meinungen gibt es zu diesem Thema, denn an sich ist es nur gefährlich, wenn man selbst auch nicht richtig geschützt ist, …

  4. newsdig.de sagt:

    Auswirkungen der Kälte beim Wintersport…

    Da sich die Meinungen über Wintersport aufgrund vieler verschiedener Hinsichten spalten, kann lediglich festgehalten werden, dass der Körper sich neuen Gefahren aussetzt, wenn er sich nicht mit der richtigen Winterkleidung gegen die niedrigen Temperatu…

  5. kledy.de sagt:

    Auswirkungen der Kälte beim Wintersport…

    Obwohl sich Sport bei kalten Temperaturen auf jeden Körper anders auswirken kann, weil die Umstände anders bedingt sind, kann man sagen, dass es bei nicht hochwertiger Kälte sicherer Funktionsbekleidung leichter dazu kommt, dass die K…

  6. Fitness Fan sagt:

    Zum Thema Alkohol und Kälte kann ich Dir nur zustimmen! in Unserem Dorf ist neulich ein Mädchen nach Silvester tod aufgefunden worden. Da sie aber nicht alle Kleidungsstücke an hatte, gingen viele von einer Straftat aus. Aber die Obduktion hat ergeben, sie ist erfroren. Doch kurz vor Ihrem Tod wurde ihr so warm, dass sie anfing sich auszuziehen… Denn, so der damalige Bericht des Arztes, sobald die Kälte unerträglich wird, wird dem Körper der Schmerz entzogen und die Person hat sogar das Gefühl es wird warm. Die hohe Wärmeverlust war aber dem Alkohol zu Silvester geschuldet…. Also aufpassen mit Alk und Kälte!!!