Akute Effekte von Aquajogging auf das Herz-Kreislauf-System

Der Aquasport weist unterschiedliche Effekte auf den menschlichen Organismus auf. Er zielt auf die Wiederherstellung sowie auf die Erhaltung der Funktionen von Herz, Kreislauf, Atmung und Muskulatur ab.

Dadurch, dass auf die Muskulatur, auf die Sehnen und auf die Bänder, durch die fehlende Schwerkraft, keine Aufprallbelastungen wirken, kann es im Aquasport zu keinen Überlastungsverletzungen kommen, die auf Aufprallbelastungen zurückzuführen wären, so wie es z.B. beim Laufen oder Springen auftreten könnte. Im Wasser wird der Bewegungsapparat, vor allem die Wirbelsäule, nicht belastet. Aufgrund der fehlenden Schwerkraft werden die Muskeln permanent leicht angespannt, da der Körper stabil und im Gleichgewicht gehalten werden muss.

Ein weiterer allgemeiner Effekt des Aquasports auf den menschlichen Organismus besteht darin, dass der Körper im Wasser in drei Dimensionen bewegt werden kann, sodass Bewegungen in mehrere Richtungen ermöglicht werden. Ebenfalls kann dadurch die Beweglichkeit gefördert werden, da größere Bewegungsamplituden in den Gelenken erreicht werden können.

Der Übende hat im Wasser keine Angst zu fallen, wodurch sich die Muskeln automatisch  entspannen. Entspannte Muskulatur kann besser durchblutet werden, sodass Schmerzen gelindert und die Bewegungsmöglichkeiten vergrößert werden können.

Im Wasser gibt es einen hydrostatischen Druck der von allen Seiten auf unseren Körper wirkt. Dieser Druck resultiert aus der erhöhten Dichte des Wassers. Dabei wird der Druck bei zunehmender Wassertiefe höher, das heißt pro zunehmendem Meter erhöht sich der Druck um 0,1bar. So wirkt auf den menschlichen Körper beispielsweise bei einer Wassertiefe von einem Meter ein Druck von ca. 1,1bar. Hydrostatisch bedeutet Auftrieb. Jeder in Wasser eingetauchter Körper erfährt eine bestimmte Auftriebskraft. Wie groß diese Kraft ist, ist abhängig von der Gewichtskraft des Körpers verdrängten Flüssigkeitsmenge.

Der hydrostatische Druck bewirkt, dass der venöse Blutrückfluss ansteigt und es somit zu einer Vergrößerung des Herzschlagvolumens um ca. 20% kommt. Aufgrund des erhöhten venösen Blutrückflusses kommt es zu einem Abfall des Herzschlages um ca. 13 Schläge/Minute. Auch wird der verlangsamte Herzschlag durch den Tauchreflex begünstigt, da sich durch diesen die Herzfrequenz, sobald das Gesicht ins Wasser eintaucht, senkt. Dies ist eine Maßnahme gegen den drohenden O2-Mangel, d.h. das Herz und das Gehirn werden vermehrt mit Blut und Sauerstoff versorgt, während andere Organe und Körperteile weniger versorgt werden. Der Tauchreflex wird bei kaltem Wasser, bei zunehmender Tauchtiefe, bei geringem Lebensalter und bei anhalten der Luft verstärkt.

Ein weiterer Effekt auf das Herz-Kreislauf-System besteht darin, dass der Blutdruck bei einem passiven Aufenthalt im Wasser erhöht wird, allerdings durch den Herzfrequenzabfall und die Blutgefäßerweiterung während der Belastung wieder aufgehoben wird.

Aquajogging wird von verschiedenen Einrichtungen angeboten und kann unter Umständen sogar vom Arzt verschrieben werden. Außer Badehose oder Schwimmanzug ist keine weitere Sport Bekleidung notwendig. Was in der Sporttasche nicht fehlen sollte ist Mineralwasser um den Flüssigkeitsverlust nach dem Training auszugleichen. Dieser wird im Wasser oft einfach nicht wahrgenommen!

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